Rasinger zu Ausschüttungsquoten

Wie jedes Jahr erarbeitet der IVA für die Zeitschrift „Aufsichtsrat aktuell“ eine Analyse der Ausschüttungsquoten der börsenotierten Gesellschaften des Prime Segments. 5 von 39 erfassten Unternehmen zahlten für 2016 keine Dividende (FACC, RBI, SBO, Warimpex, Wolford), 4 Unternehmen (AT&S, Immofinanz, OMV, Semperit) trotz eines Verlustes eine Dividende. Die Verluste der OMV (-403 Mio€) und Immofinanz (-187 Mio€) sind überwiegend auf Sonderabschreibungen zurückzuführen. Auffallend ist die hohe Ausschüttungsquote bei Unternehmen mit einem Kernaktionär der öffentlichen Hand, zB der Post (89 %).

Aber auch AMAG (92%) und UNIQA (102 %) liegen im Spitzenfeld. Insgesamt erhöhte sich die Ausschüttungssumme von 2.230 Mio€ um etwas über 20 % auf 2.760 Mio€. Die Ergebnisse waren 2016 nicht wesentlich durch Sonderabschreibungen belastet. Das Konzernergebnis insgesamt stieg demnach von 3.589 Mio€ (2015) um 65 % auf 5.872 Mio€ (2016). Die Ergebnisverbesserung kommt von OMV (697 Mio€), Erste Group Bank (297 Mio€), Verbund (216 Mio€) und Immofinanz (201 Mio€). Vom EBITDA in der Höhe von 16,2 Mrd€ werden rund 17 % für die Gewinnausschüttung verwendet.

 

Die Ausschüttungsquote insgesamt hat sich von fast 63 Prozent auf 47 Prozent verringert. Zum Vergleich sei angemerkt, dass der Personalaufwand für fast 500.000 Mitarbeiter (davon rund 30 Prozent im Inland) bei fast 23 Milliarden Euro liegt. Bezogen auf diesen Betrag ist die Ausschüttung von 2,8 Milliarden Euro circa 12 Prozent. Die Dividendenpolitik der heimischen Unternehmen ist nachvollziehbar, vernünftig und ausgewogen. Ein Wermutstropfen ist aber, dass ein beachtlicher Teil der Ausschüttung an ausländische Investoren geht, weil die Österreicher die Qualität der heimischen Unternehmen nicht entsprechend zur Kenntnis nehmen und ihr Geld lieber zu Niedrigstzinsen aufs Sparbuch legen.

Datum: 23.10.2017 Autor: Dr. Wilhelm Rasinger
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