Constantia Packaging | Gesetzliche Änderungen | Aktienbestände | In eigener Sache

Constantia Packaging: Squeeze Out-Überprüfungsverfahren endet mit Vergleich

Nach fast neun Jahren konnte ein Vergleich mit einem Betrag von 35,08 EUR je Nachbesserungsrecht erreicht werden. Der Betrag sollte bis Ende Mai/Anfang Juni d. J. am Konto sein. Die Antragsgegnerin muss dafür über 50 MEUR an die enteigneten Aktionäre überweisen und die beträchtlichen Kosten in einem hohen einstelligen Millionenbetrag übernehmen.

Ohne die Ergebnisse und Informationen aus dem Discovery-Verfahren wäre ein Erfolg in dieser Höhe nicht möglich gewesen.

Der IVA lässt von einem Rechtsanwalt prüfen, ob durch die Vorgangsweise der damaligen verantwortlichen Manager und Berater strafrechtliche Bestimmungen verletzt wurden, da das Bewertungsergebnis, das Grundlage der ursprünglichen Abfindung von 47 EUR war, gezielt nach unten gedrückt wurde.

Gesetzliche Änderungen

Nach unserer Ansicht bringt der vorliegende Entwurf betreffend den Gesellschafterausschluss eine gravierende Schwächung des Gremiums zur Überprüfung der Angemessenheit der Barabfindung, weil das Gremium kein Sachverständigengutachten mehr einholen darf. Die Streitschlichtung soll auf Basis der vorhandenen Unterlagen erfolgen. Die Erfahrungen der Vergangenheit – wie ganz besonders bei Constantia Packaging – haben gezeigt, dass ein Asymmetrie zu Lasten der Streubesitzaktionär gegeben ist, weil der vom Squeeze Out-Werber beauftragte Gutachter unter Zeitdruck auf die (subjektiven, einseitigen) Informationen des Unternehmens angewiesen ist.

Der IVA wird eine entsprechend kritische Stellungnahme an das zuständige Ministerium  abgeben.

Aktienbestände von Aufsichtsräten und Vorständen

Fragen auf der Hauptversammlung haben ergeben, dass die Organe entweder keine oder erschreckend geringe Aktienbestände haben.  Damit sollen keine Stock-Option-Pläne befürwortet werden. Der Kauf soll eine Verbundenheit mit dem Unternehmen zum Ausdruck bringen und Vorbildfunktion für die Mitarbeiter haben. Die Möglichkeiten von Begünstigungen für Mitarbeiter-Aktien werden kaum genutzt.

In eigener Sache

Mit 6.5. endet meine Aufsichtsratstätigkeit in der Wienerberger nach dreizehn bewegten Jahren. Das Unternehmen ist für die Herausforderungen in der Zukunft gut aufgestellt. Ab 1. Juni verstärkt mit Solveig Menard-Galli, eine engagierte, kompetente Frau das Vorstandsteam. Ich bedanke mich bei allen Wienerberger-Aktionären für das Vertrauen.

Dr. Wilhelm Rasinger

Datum: 06.05.2019 Autor: IVA-Redaktion
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